Arbeiterin:

Die Lebenserwartung einer Arbeiterin beträgt im Sommer etwa 45 Tage. Im Herbst produziert das Volk aber die so genannten Winterbienen: Diese Arbeiterinnen müssen aufgrund des Fehlens von Brut nicht oder nur kurz als Ammenbienen tätig sein, stattdessen speichern sie die mit dem Pollen aufgenommen Eiweiße und Fette im Fettkörper, einem Gewebebereich im Hinterleib. Sie bleiben dem Volk zum Großteil über einen Zeitraum von bis zu neun Monaten erhalten und beginnen im Frühjahr erneut mit der Fütterung der Bienenlarven.

 

Stockbienen

So nennt man alle Bienen die innerhalb der Bienenbehausung ihren "Dienst" tun. Nachdem sie ihre "Laufbahn" als Stockbiene beendet haben, dürfen sie als Flugbiene in den "Außendienst"

Putzbienen

Die ersten zwei bis drei Tage nach dem Schlupf reinigen die Arbeitsbienen Zellwände und -böden auf den Bienenwaben. Sie kleiden dazu die Zellen mit einem sterilisierenden Belag aus dem Sekret der Mandibeldrüsen aus. Zwischendurch helfen sie beim Wärmen der Brut. Nötig werdende kleinere Reparaturen an den Zellen erledigen sie durch Verwendung von bereits bestehendem Bauwachs.

Sowohl die Wachs-, als auch die Futtersaftdrüsen sind in dieser Zeit nicht besonders entwickelt.

Ammenbienen

Ab dem vierten Tag beginnen sie, ältere Maden mit einem Gemisch aus Honig und Pollen zu füttern. Die Futtersaftdrüsen fangen an sich weiter auszubilden, so dass die Arbeiterinnen etwas später auch die jüngeren Larven mit einem Gemisch aus dem darin produzierten Futtersaft, Honig und Pollen füttern können. Larven, die dazu bestimmt sind sich als Königin zu entwickeln, werden sogar ausschließlich mit diesem Futtersaft aus Eiweißen, Fetten und Fettsäuren, Zuckern und Enzymen sowie weiteren Bestandteilen gefüttert.

Zur Bildung des Futtersaftes, der zur Aufzucht von nur zwei bis drei Larven ausreicht, verzehrt eine Ammenbiene viel Blütenstaub.

Wachsbienen

Erst mit dem Alter von etwa 12 Tagen nimmt die Größe der Wachsdrüsen im Hinterleib der Arbeiterinnen zu. Sie dienen nun der Gewinnung von Wachsplättchen, die die Wachsbiene aus den Drüsen ausschwitzt und anschließend mit ihre Mundwerkzeugen bearbeitet. Das durch durch Sektrete der Oberkiefer- und Kopfspeicheldrüsen geschmeidig gemachte Wachs verwendet die Wachsbiene vor allem selbst zum Bau von Waben, zum Verdeckeln von Zellen oder sie gibt es an andere Baubienen weiter, die momentan kein eigenes Wachs produzieren können.





Die Bautätigkeit ist nicht allein auf Wachsbienen beschränkt - ab einem Alter von etwa drei Tagen beginnen bereits Jungbienen mit dieser Tätigkeit und auch Trachtbienen gehen gelegentlich wieder dazu über - doch ihr Anteil an den mit Wachs arbeitenden und formenden Bienen ist am größten. Nur sie sind in der Lage, Wachs selbst zu produzieren.

Wächterbienen

Etwa ab dem 18. Tag übernehmen einige Bienen die Wache am Flugloch: Sie sitzen aufmerksam vor dem Eingang zum Bienenstock, fliegen ab und an kurze Kreise im engen Umkreis um sofort wieder zurück zu kehren und jeden Ankömmling mit ihren Fühlern auf den eigenen Stockduft hin zu untersuchen. Nehmen sie einen fremden Geruch wahr wird der Eindringling mit aller Macht davon abgehalten den Stock zu betreten, die Wächterbienen machen dazu oft von ihrem Giftstachel gebrauch.

Die Futtersaft- und Wachdrüsen sind inzwischen degeneriert. Bienen produzieren bereits ab dem Schlupftag Gift mit ihrer Giftdrüse, ihre Giftblase ist aber erst etwa am 20. Tag voll mit Bienengift gefüllt.

Flugbienen

Erst mit einem Alter von etwa 22 Tagen wandeln sich die Arbeiterinnen zu Flugbienen. Haben sie auch vorher den Stock hin und wieder beim so genannten kurzen Vorspiel in der frühen Nachmittagszeit verlassen um die Umgebung kennen zu lernen, treten sie jetzt vor allem ihre Aufgabe als Tracht- oder Sammelbiene an. Einzelne Kundschafter, die Spurbienen, suchen in einem Umkreis von etwa sechs Kilometern die Landschaft nach Nektarquellen ab, die die Trachtbienen dann besuchen und den Nektar in ihrer Honigblase nach Hause holen, je nach Trachtangebot und Entfernung zum Stock etwa 30 - 60 mm³ pro Trachtflug. Neben Nektar sammeln sie aber auch Pollen, den sie an ihren Hinterbeinen zu so genannten Pollenhöschen zusammenstreifen. Meist sind Flugbienen entweder auf das Sammeln von Nektar oder von Pollen spezialisiert, nur etwa fünf Prozent sammeln beides.

Neben Pollen und Nektar ist zur Feuchteregulation und zur Versorgung der Brut das Wasserholen eine weitere Aufgabe der Flugbienen, darüber hinaus auch noch die Besorgung von Kittharz zur Herstellung von Propolis.

Allgemeine Aufgaben

Bei den oben gemachten Angaben zum Alter der Bienen handelt es sich um durchschnittliche Werte, der Anteil der Altersgruppe an den die jeweilige Tätigkeit ausführenden Bienen ist im Normalfall am größten. Sofern die Entwicklung ihrer Drüsen es zulässt, kann aber eine Biene jedes Alters fast jede anfallende Aufgabe flexibel ausführen. Ist z. B. der Anteil von Flugbienen bei einem frischen Ableger gering, nehmen bald Stockbienen diese Aufgabe wahr. In einem frisch eingeschlagenen Schwarm dagegen aktiviert der Großteil der Bienen seine Wachsdrüsen um den schnellen Aufbau von Waben zu ermöglichen.

Über den Bedarf an diesen und weiteren Aufgaben, wie die Regulation der Wärme und Feuchtigkeit innerhalb des Bienenstocks, Annahme von Nektar von den Sammelbienen, Ein- und Umlagern von Honig, Einstampfen von Pollen oder der Reinigung des Bienenstocks informiert sich jede Biene selbständig auf ausgedehnten Inspektionsgängen innerhalb des Stocks. Sofern ihre momentane körperliche Entwicklung es zulässt nimmt sie die zu erledigende Aufgabe wahr.

 

Quelle:(in Auszügen) http://www.bienenwiki.de/wiki/index.php?title=Hauptseite